Musik der Seele …

Nimm dir Zeit um froh zu sein; es ist die Musik der Seele … Das habe ich kürzlich irgendwo gelesen. Ich weiß nicht mehr, wo. Und es fiel mir bei meinem Wochenendauflug wieder ein. Ich bin ungeplant losgewandert und – ganz wie von selbst – bei dem alten Kloster gelandet.

Kaum kam ich dort an, schüttete es wie aus Kübeln. Offenbar schon länger, denn die Nonnen im Garten trugen lange durchsichtige Regencapes über ihren Gewändern. Sie schienen sich am Wetter kein Bisschen zu stören.

Der Geruch der Kräuter stieg mir feucht und intensiv in die Nase – wilde Düfte mit einer feucht-modrigen Note. Durchnässt, wie ich war, schlich ich mich in die Kapelle. Sie wirkte menschenleer, doch das war sie nicht. Als ich auf die Empore kletterte, um mir einen besseren Überblick zu verschaffen, saß jemand an der Orgel: ein Mann, augenscheinlich ein Mönch in einer groben Kutte. Wie ungewöhnlich, dachte ich noch, ein Mönch in einem Nonnenkloster. Ich wollte ihn ansprechen, doch in diesem Augenblick begann er zu spielen. Und ich weiß nicht, was mir bekannter vorkam, der Mönch oder die Musik. Sie klang wie die beschriebene Musik der Seele …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.